
Was würdest du tun, wenn du Superheld*in wärst? Für was, für wen würdest du dich starkmachen? Das erforschten Kinder von 8 bis 12 Jahren beim Aktionstag im Haus der Kunst – und fertigten eigene „Superheld*innen-Capes“, die ihnen Schutz und Kraft geben. Einige werden ab Juli dort ausgestellt.
Wie gehst du mit deinen Ängsten um, und was kannst du dagegen tun? Was und wen würdest du schützen, wenn du Superheld*in wärst? Das haben sich am 6. März 50 Kinder aus verschiedenen KJR-Einrichtungen überlegt, diskutiert und erforscht. Und zwar im Haus der Kunst, wo ein Aktionstag nach einer Idee von Rivane Neuenschwader stattfand. Die südamerikanische Künstlerin arbeitet dafür weltweit mit Kindern zusammen und thematisiert deren Ängste. Ihr Konzept, das sie in Museen auf der ganzen Welt umsetzt, heißt „The Name of Fear“. Nach Stationen unter anderem in Rio de Janeiro, im Aargauer Kunsthaus und in der Londoner Tate Gallery kommt sie im Sommer nach München.
Für den KJR-Aktionstag im Haus der Kunst haben wir die Frage nach der Angst positiv gewendet und wollten wissen, für was und für wen sich die Kinder starkmachen würden, wenn sie Superkräfte und ein Superheld*innen-Cape hätten. Dieses haben die Kinder dann erst entworfen, gemalt und gemeinsam mit den Azubis des Ateliers La Silhouette München genäht, geklebt, getackert und geheftet. Unterstützt auch von den Kunstpädagoginnen im Haus der Kunst und dem dortigen Jugendrat sind einzigartige Werke entstanden.
Der partizipative Gedanke des Aktionstages ist immer, dass die Kinder als eigenständige Akteur*innen im Vordergrund stehen und ganz frei und kreativ ihre Ideen und Gedanken dazu umsetzen können. Spannend und neu war diesmal das Zusammenspiel und Voneinander-Lernen mit den jugendlichen Azubis und dem Jugendrat, die die Kinder interviewt und gefilmt haben.
Als Abschluss zogen die Kinder in einer großen Parade mit ihren bunten und vielfältigen Kostümen durch den Terrassensaal im Haus der Kunst. Mit etwas Glück werden einige der Capes im Sommer in der großen Ausstellung: „Für Kinder. Kunstgeschichte seit 1968 im Haus der Kunst“ zu sehen sein.
Künstlerin Neuenschwader wählt dazu aus den Entwürfen der Kinder einige aus und schneidert sie so robust, dass die Besucher*innen der Ausstellung reinschlüpfen und sich etwas von der Stärke der Held*innen „mitnehmen“ können.
Wir sind gespannt, was passiert, wenn Künstler*innen Kinder in den Mittelpunkt des Geschehens stellen, und kommen wieder! Danke für diesen großartigen Tag und die tolle Kooperation!
Kerstin Hof, Fachstelle Kinder, Kulturelle Bildung mit und von Kindern, KJR
Fotos: Kerstin Hof